„Die Nachbarn II“ – große Premiere am Goethe-Gymnasium Demmin
Von Inspirationen, Träumereien und wie diese in ein Theaterstück münden
(Text: Martin Koch)
„Großes Kino!“
„Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn ziehen.“
„Nochmal eine ordentliche Schippe draufgelegt im Vergleich zum ersten Teil.“
„Durchweg tolle Leistungen der Schauspielerinnen und Schauspieler.“
„Das war viel mehr als „nur“ Schultheater.“
„Wir waren begeistert.“
„Ich bin unheimlich berührt und beeindruckt von der Wahl und der Umsetzung dieses so schwierigen und komplexen Themas.“
Die Rückmeldungen des Publikums zur Uraufführung von „Die Nachbarn II“ waren überwältigend. Und sie waren mehr als verdient. Denn der zweite Teil des von der Theater-AG selbst entwickelten Stücks „Die Nachbarn“ hatte es in sich und forderte das Publikum auf verschiedenen Ebenen heraus.
Aber der Reihe nach: Nach der erfolgreichen Premiere des ersten Teils von „Die Nachbarn“ im Juni 2022 schaffte es das Ensemble in Rekordzeit von sieben Monaten, eine spannende und tiefgründige Geschichte für eine Fortsetzung zu entwickeln, einzustudieren und am 28. Februar 2023 in der Aula aufzuführen. Noch in den letzten Tagen des vergangenen Schuljahres wurden erste Ideen formuliert, wie es in der Fortsetzung weitergehen könnte. Im aktuellen Schuljahr nutzten die Schüler*innen neben den regulären Proben sowie Theatertagen in der Schulzeit und in den Winterferien jede freie Minute, damit die Storyideen zusammengetragen und in Improvisationen ausprobiert werden konnten. Nach und nach verdichtete sich der Plot, die Figuren bekamen die nötige Tiefe und alles mündete in ein Skript, mit dem sich das Ensemble auf den großen Tag vorbereitete. Doch es entstand nicht nur eine Geschichte über Träume im Leben, über das Scheitern und darüber, nicht den Mut und die Hoffnung zu verlieren, im Kosmos der von Wanzensteins und Brünings. Die Theater-AG wagte sich darüber hinaus mit der Inszenierung in vielerlei Hinsicht auf unbekanntes Terrain, mit dem sie das Publikum überraschte. So wartete im Verlauf der Aufführung ein Stück im Stück auf die Besucher*innen, was dazu führte, dass die Schauspielenden im Publikum Platz nahmen und das Publikum nun selbst Bestandteil des Theaterstücks wurde. Zudem wurde mit Rückblicken die Hintergrundgeschichte einer neuen Figur und seiner Familie, der Familie Herzog, erzählt. Dadurch entstanden viele großartige Momente, durch die „Die Nachbarn II“ zum Erlebnis für die Gäste wurde. Die eigentlichen Highlights aber waren die Geschichte an sich sowie die schauspielerischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler, die dazu beitrugen, dass die Zuschauer*innen „unheimlich berührt und beeindruckt“ aus dem Theaterstück gingen. Die Schauspielenden schafften es, das Publikum mitzunehmen und die Probleme und Herausforderungen der Protagonisten fühlbar werden zu lassen. Eine schauspielerische Leistung, die nicht genug wertgeschätzt werden kann. In vielen Rückmeldungen am Tag nach der Aufführung äußerten sich die Besucher*innen begeistert und ließen durchblicken, wie sehr sie die Geschichte und das Schauspiel der Schüler*innen am Abend nach der Aufführung noch bewegte. Anerkennungen bezogen sich auch auf den Hintergrund, dass die beteiligten Schüler*innen einen regulären Schultag hinter sich hatten, danach die Aufführung gemeinsam vorbereiteten und das Stück aufführten. Mit ihrer Darbietung, dem anschließenden, nicht enden wollenden Applaus des Publikums und den überwältigenden Reaktionen, haben sie sich selbst das größte Geschenk gemacht.
An die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG (Lena Günther, Vincent Henning, Michael Beer, Lelle Kabuß, Johannes Weber, Benedikt Seemann, Esther Köpnick, Lennox Tekin, Devin Triebs, Lena Hildebrandt, Emily Bartsch und Celina Zimmert):
Noch immer fehlen mir die Worte, die ausdrücken können, wie sehr ich mich für euch freue und wie stolz ich auf euch bin, dass wir mit „Die Nachbarn II“ eine spannende und gefühlvolle Geschichte kreiert und den Zuschauer*innen damit diesen in Erinnerung bleibenden Abend ermöglicht haben. Die vielen magischen Momente in der Vorbereitung, die dazu führten, dass die Story und die Ideen zu unseren dramaturgischen Experimenten entstanden, die Träumereien, denen wir uns hingaben im Sinne der Frage „Was wäre, wenn wir das und das im Theaterstück machen würden?“ und die wir dann tatsächlich umsetzten, haben das Stück zu dem gemacht, was es ist. Ihr habt bewiesen, dass es sich lohnt, sich auch den im ersten Moment merkwürdigsten Spinnereien in Bezug auf Storyentwicklung hinzugeben, sie zu verfolgen und zu gucken, was daraus wird. Ihr habt euch getraut, den inneren Kritiker, der sich häufig in der Floskel „Ja, aber…“ zeigt, zu überwinden. Ihr habt euch getraut, eine Geschichte zu erzählen, die das Publikum nachdenklich und bewegt entlassen hat. Ihr habt euch getraut, dass Publikum, aber auch euch selbst herauszufordern. All das in Rekordzeit von sieben Monaten. All das neben der Schule und neben den Herausforderungen eures Alltags. Damit seid ihr über euch hinausgewachsen. Ihr habt mit eurem Theaterstück, den Zuschauer*innen, euch und mir einen ganz besonderen Abend geschenkt. Dafür danke ich euch herzlich.
Euer Herr Koch
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