„Goethe geht unter“ feat. KK19: Landesmeister 2026!

KK19-Junioren holen bei der Landesmeisterschaft im Kutterrudern den Titel
Text: H. Graf

Es gibt Namen, die sich für ein Kutterteam besonders gut eignen. „Goethe geht unter“ gehört vermutlich nicht unbedingt dazu. Zumindest nicht, wenn man vor einem Rennen in einen Kutter steigt und anschließend gemeinsam mit zehn Menschen möglichst schnell über das Wasser fahren möchte. Wer die Mannschaft vom Goethe-Gymnasium aber kennt, weiß inzwischen: Untergehen ist nur eine theoretische Möglichkeit.

Am 12. September 2026 ging es für die jungen Ruderinnen und Ruderer allerdings nicht beim inzwischen schon traditionellen Peenefest in Demmin ins Rennen, sondern zur Landesmeisterschaft im Kutterrudern nach Loitz. Dort trat die Mannschaft, bestehend aus drei Mädchen und sieben Jungen der Klassenstufen 8 bis 12, als Teil der KK19-Junioren des Loitzer Ruderklubs KK19 e.V. an. Acht Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums, ein ehemaliger Schüler und diesjähriger Abiturient sowie ein weiterer KK19-Junior bildeten damit gemeinsam die Besatzung. Damit wurde aus dem schulischen Kutterprojekt eine ganz besondere Zusammenarbeit.

Vom Peenefest zur Landesmeisterschaft

Für das Peenefest hatte die Mannschaft bereits seit Mitte April trainiert. Dort hatte „Goethe geht unter“ seine zweiten Wettkampferfahrungen gesammelt und gelernt, dass Kutterrudern erstaunlich viel mit Mathematik zu tun hat: Wenn zehn Leute nicht gleichzeitig rudern, wird aus einer geraden Strecke ziemlich schnell eine Kurve.

Nach dem Peenefest war allerdings noch lange nicht Schluss. Für die Landesmeisterschaft wurde ab Mitte Juni weitertrainiert. Und die Anforderungen waren diesmal deutlich höher: 1000 Meter! Das hört sich zunächst gar nicht so dramatisch an. Schließlich sind es ja nur 1000 Meter. Das Problem ist allerdings, dass man sie rudern muss. Und darüber hinaus warteten auch noch andere Riemen auf uns, die mehr Technik verlangten.

Im ZK10-Kutter ist die Rechnung eigentlich ganz einfach: zehn Ruderer, ein Steuermann, ein Boot und möglichst keine unterschiedlichen Vorstellungen davon, wann der nächste Ruderschlag kommt. Klingt einfach, doch es wurde schnell klar: Die Landesmeisterschaft würde noch einmal eine ganz andere Hausnummer werden als das Rennen beim Peenefest.

Samstag, 10:30 Uhr: Jetzt wird es ernst

Am 12. September war es dann so weit. Um 10:30 Uhr gingen wir an den Start. Insgesamt 26 Mannschaften waren bei der Landesmeisterschaft dabei.

Die Stimmung in Loitz war hervorragend. Am Ufer standen zahlreiche Zuschauer, es gab gute Verpflegung, Unterhaltung und zur Abwechslung sogar Wetter, das nicht nach einem zusätzlichen Überlebenstraining aussah. Nur der Wind hatte offenbar etwas andere Pläne. Seit dem Morgen hatte er zugenommen, nicht extrem, aber spürbar. Für die Zuschauer am Ufer vielleicht ganz angenehm, für die Ruderer allerdings deutlich weniger. Denn irgendwann kam die Erkenntnis: 500 Meter Gegenwind nach einer bereits absolvierten Hälfte des Rennens machen ungefähr so viel Spaß wie eine zusätzliche Doppelstunde Projektfachkurs Mathematik am Freitagnachmittag. Aber genau dafür hatten wir trainiert.

Der Start klappte. Der Kutter nahm Fahrt auf und die Mannschaft arbeitete sich Schlag für Schlag über die Strecke. Die ersten 500 Meter waren geschafft. Jetzt kam die Wende. Und damit begann der Teil des Rennens, bei dem sich zeigen sollte, wer noch Reserven hatte. Nach der Wende ging es zurück Richtung Ziel. Die Arme wurden schwer. Die Strecke wurde gefühlt länger. Und vermutlich kam bei dem einen oder anderen kurz die Frage auf, warum man sich eigentlich freiwillig für einen Sport entschieden hatte, bei dem das Ziel darin besteht, sich möglichst synchron müde zu machen. Doch der Kutter blieb im Rhythmus. Schlag für Schlag ging es weiter. Und dann war die Ziellinie da.

6:43,27 Minuten!

Das bedeutete nicht einfach nur eine gute Zeit. Das bedeutete: LANDESMEISTER 2026!

Das KK19-Juniorenteam gewann die Jugendwertung vor dem Seesportclub Greifswald, der mit 6:48,64 Minuten ins Ziel kam. Außerdem war die Juniorenmannschaft schneller als jedes gestartete Frauenteam. Auch vier der dreizehn Männerteams mussten sich an diesem Tag hinter dem KK19-Kutter einordnen. Für eine Mannschaft, deren Besatzung fast vollständig aus dem Umfeld des Goethe-Gymnasiums kommt, ist das durchaus bemerkenswert. Noch bemerkenswerter ist allerdings, wie diese Mannschaft überhaupt entstanden ist: Aus einer Idee für ein Schulteam wurde regelmäßiges Training. Aus dem Training wurde die Teilnahme am Peenefest. Aus der Zusammenarbeit mit dem Loitzer Ruderklub entstand schließlich die Möglichkeit, als Juniorenmannschaft bei einer Landesmeisterschaft anzutreten.

Schule und Verein – eine Verbindung mit Zukunft?

Genau hier liegt auch der besondere Wert der Zusammenarbeit mit dem Loitzer Ruderklub KK19 e. V. Das Schulteam „Goethe geht unter“ bleibt das Kutterangebot des Goethe-Gymnasiums. Gleichzeitig eröffnet die Kooperation unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, über den schulischen Rahmen hinaus im Verein aktiv zu werden und gemeinsam mit weiteren Junioren des KK19 an Wettkämpfen teilzunehmen. Für die Zukunft wäre es deshalb schön, wenn diese Verbindung noch weiterwachsen könnte, vielleicht auch im Ganztagsbereich des Goethe-Gymnasiums.

Denn Kutterrudern passt erstaunlich gut in die Schule - Im Kutter gewinnt nämlich nicht der Einzelne, sondern die Mannschaft.

Danke!

Ein großer Dank geht deshalb auch an den Loitzer Ruderklub KK19 e. V., insbesondere an den Vorsitzenden, für die tolle Zusammenarbeit und die Unterstützung bei der Vorbereitung, die Anfertigung der Wettkampfkleidung sowie die Durchführung der Landesmeisterschaft.

Und natürlich gilt unser besonderer Dank unseren Schülerinnen und Schülern, die seit Monaten trainieren, sich auf neue Herausforderungen eingelassen und in Loitz alles aus ihrem Kutter herausgeholt haben.

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Event!

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